Fehlende Bandbreite im ländlichen Raum
Zwar wird aktuell davon gesprochen das rund 90% der Haushalte an ein breitbandigen Internetanschluss angeschlossen werden können, nur stellt sich eher die Frage mit welche Bandbreite viele auskommen müssen. Die Bandbreiten schwanken von 1000 kBit/s (DSL 1000) bis zu 50 000 kBit/s (VDSL). Laut Breitbandatlas kommen zwar die genannte Prozentzahl auf ein breitbandigen Internet Anschluss aber meist wohl nur in die unteren Bereichen.
VDSL (25 000 oder 50 000) können aktuell nur von rund 8% der Haushalte genutzt werden, wobei dies alleine auf größere Städte beschränkt ist und hier meist nur um Citynahe Bereiche wo viele mögliche Nutzer vorhanden sind.
Um wirklich von die Vorzüge des modernen Internets auch ausreichend Gebrauch zu machen muss es aber nicht unbedingt ein VDSL Anschluss sein. DSL 6000 wäre aber als Mindestanforderung schon vonnöten damit alles wirklich gut laufen kann. Vor allen wer Internet Telefonie (VOIP = Voice over IP) nutzen will und dazu vielleicht noch gleichzeitig mit ein oder mehrere Computer im Netz ist, wird mit DSL 1000, 2000 oder 3000 keine Freude haben.
Leider sieht die Situation auf den Land meist nicht so gut aus. Hier sind viele froh wenn sie überhaupt DSL bekommen können, selbst wenn dies vielleicht nur als 2000er oder 1000er Anschluss möglich ist.
Hauptgrund warum die Bandbreite im ländlichen Raum oftmals so niedrig ist, sind vor allen die lange Strecken zum nächsten Verteiler Punkt. Spätestens in 9 Kilometer Entfernung funktioniert DSL überhaupt nicht mehr und wer ein 16 000er Anschluss will der darf meist nicht weiter als 2 Kilometer vom Verteiler weg wohnen. Da im ländlichen Raum manche Ortsnetze ein Bereich von bis zu 15 Kilometer Radius abdecken müssen, kann jeder selber ausrechnen das manche wohl leer ausgehen bzw. mit geringe Bandbreite auskommen müssen.
Zwar gibt es durchaus technische Möglichkeit auch an entlegene Orte genügend Bandbreite zur Verfügung zu stellen aber hier entstehen Mehrkosten die meist nur von mit wenig Nutzer im Einklang gebracht werden müssen. Es gibt immer wieder Programme von der öffentliche Hand so das, der DSL Ausbau flächendeckend vorhanden sein sollte, aber hier sind auch Eigenanteile zu leisten die dann auf ein paar Nutzer umgelegt werden müssen. Dadurch sinkt auch die Bereitschaft sich zu beteiligen was aber gleichfalls ein Standort Nachteil für Unternehmen bedeutet. Unternehmen sind heute auf ein breitbandigen Internet Anschluss angewiesen sonst droht die Abwanderungen.
Ein ausweichen auf UMTS Verbindungen die immerhin ähnlich schnell wie ein 6000er Anschluss funktionieren geht meist auch nicht, weil meist in diese DSL losen Gebiet auch kein entsprechende UMTS Ausbau vorhanden ist. Dabei wäre ein flächendeckende UMTS Ausbau zumindest eine mögliche Lösung für den ländlichen Raum. Übrigens auch bedeutend billiger und sofern genügend Wille vorhanden wäre sicherlich in spätestens 2 Jahre flächendeckend möglich. Nur stockt hier der Ausbau auch weiterhin.
Wie genau und in welchen Tempo der breitbandige Internetausbau wirklich in die kommende Jahren verlaufen wird, kann heute noch keine genau vorhersagen. Zumindest ist Deutschland aber in diesen Punkt nur im Mittelfeld der Nationen. Hier müsste schon in die kommende Jahren massiv investiert werden damit der Traum von (fast) flächendeckend Ausbau auch irgendwann erreicht werden kann.
Vielleicht sehe ich auf für die Zukunft zu sehr schwarz aber ich schätze das Deutschland gerade in diesen Bereich wohl nie mehr in die Top Liga kommen wird sondern wohl hier auch wieder nur auf Mittelmaas sich Einpendeln wird.


